Pflanzen und Tiere auf den Azoren

Die Pflanzenwelt der Azoren variiert je nach Höhenmeter. Beim Bergsteigen durchwandert man daher verschiedene Vegetationszonen zwischen etwas über 400 (Corvo) und 2351 Metern Höhe (Pico). An einigen Orten hat die Landwirtschaft die heimische Tierwelt verdrängt, aber nicht überall. Die Inseln können grundsätzlich botanisch in verschiedene Höhenstufen eingeteilt werden:

Landschaft bis 300 Metern Höhe

Die Küstenzone (bis ca. 300 Höhenmeter) ist meist besiedelt und die Landwirtschaft hat die heimischen Pflanzen verdrängt. An einigen unzugänglichen Stellen finden sich noch Vegetationsinseln. Ein wichtiger Vertreter dieser Höhenzone ist auf allen Inseln der Makaronesische Gagelbaum (Myrica faya). Ortsnamen mit Faia deuten auf diesem Baum hin.

Landschaft bis 500 Metern Höhe

Bis ca. 500 Höhenmeter dominiert die Krausblättrige Klebsame (Pittosporum undulatum). Die Heckenpflanze stammt ursprünglich aus Australien und verdrängt zum Beispiel den optisch ähnlichen Gagelbaum.

Landschaft über 500 Metern Höhe

Oberhalb von ca. 500 Höhenmetern beginnt auf den Azoren die Lorbeerwaldstufe. Sie kann sich bis in Höhen von 1500 Meter ziehen. Je nach Niederschlag und Wind wachsen hier Azorenlorbeer (Laurus azorica), Wacholder und Baum- und Besenheide, Azoren-Stechpalme (Ilex azorica) und der hohe Walzenförmige Heidelbeerbaum (Vaccinium cylindraceum). Die Pflanzen bilden selten hochstämmige Bäume, sondern eher Buschwälder.

Heimische Pflanzen statt landwirtschaftlicher Nutzung

Wie auch in tieferen Lagen sind große Teile der natürlichen Vegetation von Viehweiden im Laufe der Jahrhunderte verdrängt worden. Die Steilabhänge der Lagoa do Fogo auf São Miguel sind allerdings noch großenteils von dieser Vegetation bewachsen, das Innere des Kraters von Faial, einige Täler auf Flores und São Jorge, Hohe Lagen auf Terceira und der Höhenzug auf Pico blieben von der Landwirtschaft unberührt. Dort konnten sich heimische Pflanzen halten. Eine Gebirgsvegetation mit Heide und aromatischen Kräutern gibt es nur auf der Insel Pico an den Flanken des Vulkans in Höhenlagen zwischen 1500 und 2000 Metern.

Blick über blühende Hortensien zum Pico

Der Besuchermagnet Hortensie wurde im 19. Jahrhundert aus Japan eingeführt. Im Laufe der Zeit konnte sie sich selbst auswildern. Von Juni bis September zeigen sich alle Inseln im Blau der Hortensienblüte. Ebenfalls im Sommer blüht der Zieringwer oder Kahili-Ingwer (Hedychium gardnerianum). Seine orange-gelben großen Blütendolden bilden große Teppiche. So schön er anzusehen ist, er verdrängt massiv die heimischen Pflanzen.

Tiere auf den Azoren

Delfinschwärme vor Pico
Delfinschwärme vor Pico

Die Tierwelt auf den Inseln ist überschaubar. Im Gegenzug dazu ist aber eins der wenigen Säugetiere auch gleichzeitig einer der wichtigsten Gründe, die Azoren zu besuchen: Der Wal! Die Meeressäuger sind eine Insel-Besonderheit, die ständig in den Gewässern der Azoren leben und durchziehen, und viele Touristen kommen speziell zum Whalewatching oftmals mit Delfinbegleitung.

Bevor der Mensch die Azoren betreten hatte, gab es an Land wahrscheinlich nur ein Säugetier: Der Azoren-Abendsegler (Nyctalus azoreum). Die Fledermausart fliegt auch tagsüber. Also erschrecken Sie nicht und machen Sie sich auch keine Gedanken, dass Sie die Tiere in ihrer Tagruhe gestört hätten. Alle anderen Landsäuger sind vom Menschen eingeführt und meist Nutzvieh. Wild gibt es auf den Azoren nicht.

Bussard auf Pico

Die Vogelwelt ist da schon vielseitiger. Beginnen wir mit einem Kuriosum: Wenn Sie einen größeren Greifvogel sehen, ist es wahrscheinlich ein Azoren-Mäusebussard (Buteo buteo rothschildi). Den Habicht (port. Açor), von dem die Inseln evtl. ihren Namen haben, gibt es nicht.

Das Gekreische bis in die späten Abendstunden über dem Meer und an Steilküsten stammt von Gelbschnabelsturmtaucher (auch Sepiasturmtaucher, Calonectris diomedea). Auf den Azoren nennt man den Vogel cagarro, er ist mit den Albatrossen verwandt. 80% des Weltbestandes brüten an den Küsten der Azoren.

Häufig sind auch Seeschwalben, besonders die Rosen-Seeschwalbe (Sterna dougallii) mit schwarzem Schnabel mit roter Basis und diverse Sturmvögel (Procellariidae).

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