Walfangmuseum Museu dos Baleeiros in Lajes do Pico

Geschichte der Azoren

Die wind- und wellenumtosten Atlantik-Inseln haben eine kleine, aber interessante Geschichte hinter sich. Vor allem die transatlantische, aber auch schwer erreichbare Lage der Azoren machte die Entdeckung so spannend. Heute sind die Inseln eine der abgelegensten Außenposten der EU und weit entfernt von allen Hotspots. Das macht sie so geheimnisvoll.

Entdeckung und Namensherkunft des Azoren-Archipels

1345 werden die Inseln wahrscheinlich zum ersten Mal von einem Mönch aus Sevilla gesichtet. 1351 erscheinen Sie auf einer italienischen Seekarte.

Eine Theorie zum Namen der Inselgruppe besagt, dass der Archipel auf dieser Karte mit „isole azzurri“ (blaue Inseln) bezeichnet wurde. Daraus wurde dann im Laufe der Jahrhunderter Açores. Eine andere Theorie geht von einem Fehler aus, den die damaligen Ornithologen begingen. Die hielten die auf den Inseln lebenden Bussarde für Habichte (port. açor), woraus dann Ilhas dos Açores (Habichtsinseln) wurde.

Erstbesiedlung der Azoren: Von Ost nach West

Offiziell wurden die Inseln erst 1427 vom portugiesischen Seefahrer Diego de Silves entdeckt. Er ging damals allerdings nicht an Land. Das überließ er Gonçalo Velho Cabral, der im Auftrag Heinrichs des Seefahrers 1432 Santa Maria und São Miguel in Besitz nahm.

Bis sich die ersten Siedler auf Santa Maria niederließen, vergingen sieben Jahre (1439) und erst 1444 wagten sie den Schritt nach São Miguel. Als dritte Insel wurde 1456 Terceira (die Dritte) besiedelt.

Bis sich Menschen auf der Westgruppe niederließen, vergingen noch ein paar Jahre. Ein erster Versuch im Jahre 1470 auf Flores misslang aufgrund der abgeschiedenen Lage. Erst ab 1500 lebten hier ständig Menschen. Corvo hatte Anfang des 16. Jahrhundert 30 Einwohner.

Strategische Bedeutung im Transatlantikhandel

Als König Manuel I den portugiesischen Thron betrat, begann für Portugal eine glorreiche Zeit mit dem Überseehandel und die Azoren entwickelten sich zum Verkehrsknotenpunkt im Atlantik.

1522 zerstörte ein Erdbeben Vila Franca do Campo, die damalige Hauptstadt von São Miguel. Ponta Delgada erlebte daraufhin einen enormen Aufschwung. 1534 wurde Angra auf Terceira Bischofssitz, woraufhin sie sich zur wichtigsten Hafenstadt der Inseln entwickelte.

Handel mit Wein, Walen und Orangen

Altes Wandbild: Walfänger auf Horta

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts sorgen Orangen und Wein für wirtschaftlichen Aufschwung. Später, um 1830, kam der Walfang in Gang. Hauptsächlich amerikanische Walfangschiffe kreuzten in den Gewässern der Azoren, um Pottwale zu jagen.

Internationales Flair erreichte Horta 1893 mit dem ersten Seekabel aufs portugiesische Festland. Die Stadt wurde damit wichtiges Bindeglied bei der Nachrichtenübertragung zwischen Amerika und Europa. Die Kabelgesellschaften brachten Schwung in die Stadt.

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Geschichtliche „Erosionen“: Zweiter Weltkrieg, Erdbeben und Vulkanausbruch

Im Zweiten Weltkrieg blieb Portugal offiziell neutral, die Regierung in Lissabon erlaubte aber den Alliierten Stützpunkte auf den Azoren für den Sprung über den Atlantik zu errichten. Noch heute gibt es eine amerikanische Militärbasis auf der Insel Terceira.

Eine Katastrophe führte 1957/58 zu einem neuen Naturhighlight: Bei einem Ausbruch an der Westseite der Insel Faial entstand der Vulkan Capelinhos, der heute ein wichtiger Besuchermagnet der Insel ist.

1974 endete die Diktatur in Portugal und die Azoren bekamen schon wenig später, im Jahr 1976, den Status einer Autonomen Region.

UNESCO-Erbe, Tourismus und Biosphärenreservat

Die traditionellen Weinfelder Picos, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • Die nächste Katastrophe 1980 brachte wieder eine Sehenswürdigkeit hervor: Bei einem Erdbeben wurde die Innenstadt von Angra do Heroísmo auf Terceira zerstört. Sie wurde mit amerikanischer Hilfe nach Originalplänen wiederaufgebaut und daraufhin von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
  • 1986 trat Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei und die Azoren erhalten seitdem finanzielle Unterstützung im Aufbau der Infrastruktur und des Tourismus sowie in der Landwirtschaft.
  • Dass die Azorianer auf einer instabilen Scholle leben, erfahren sie wieder einmal im Jahre 1998. Dieses letzte große Erdbeben zerstörte viele Häuser auf Faial und einige auf Pico. Acht Menschen kamen dabei ums Leben.
  • 2004 erkannte die UNESCO den Weinanbau auf Pico mit den charakteristischen Mauern aus Lava als Weltkulturerbe an.
  • 2007 wurden Corvo und Graciosa Biosphärenreservat, 2009 erhielt Flores den Status.
  • Und seit 2015 wachsen die Touristenzahlen jedes Jahr im zweistelligen Prozentbereich.

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